Oliver Norvell Hardy

 

Oliver Norvell Hardy wurde am 18. Januar 1892 in Harlem, Georgia geboren. Er war ein US-amerikanischer Komiker, Filmschauspieler und Stummfilmregisseur; der vor allem als Teil des legendären Komikerduos "Laurel und Hardy" weltberühmt wurde. Neben seinem Partner Stan Laurel spielte Hardy hierbei die Figur des korpulenten, etwas wichtigtuerischen Ollie, der unter Stan leiden muss. In einem Zeitraum von dreißig Jahren (1921 – 1951) drehte das Team zusammen 106 Filme. Vor dem eigentlichen Beginn der künstlerischen Partnerschaft im Jahr 1927 hatte Hardy in etwa 270 Stummfilmen mitgewirkt, von denen nur gut 100 erhalten sind. Ab 1925 waren sowohl O. Hardy als auch Stan Laurel für Hal Roach

tätig und standen für den Filmproduzenten mal solo, mal zufällig gemeinsam vor der Kamera. Nachdem Roach von seinem Autor/Regisseur "Leo McCarey" darauf aufmerksam gemacht worden war, wie gut die beiden harmonierten, nutzte er das Potenzial, indem er "Laurel & Hardy" ab 1927 systematisch als Team aufbaute. Hardy spielte innerhalb der Partnerschaft meist den Möchtegern-Mann von Welt, der an seinen Ansprüchen scheitert. Zu Hardys Markenzeichen wurden u. a. sein leidendes, in Großaufnahme an den Zuschauer gewandtes Gesicht, wenn sein Partner wieder einmal einen Fauxpas begangen hatte, das verlegene Wedeln mit seiner Krawatte sowie der Spruch „Well, here’s another nice mess you’ve gotten me into“.

Während Laurel am Drehbuch oder Schnitt eines Filmes arbeitete, konzentrierte sich „Babe“, wie Hardy mit Spitznamen genannt wurde, rein auf den schauspielerischen Part. Er frönte lieber seinem Hobby, dem Golfspielen, was ihm ein niedriges Handicap einbrachte und den Ruf, einer der besten Spieler seiner Zeit gewesen zu sein. Hardy war zudem Freimaurer und Mitglied der Solomon Lodge No. 20 in Jacksonville. Einer der bekanntesten Filme, die auf die Freimaurerei anspielen, ist der Film Die Wüstensöhne  von 1933. Dort begeben sich Stan Laurel und Oliver Hardy auf einen Konvent der Shriners in Chicago, tragen deren Fes und treffen sich in einer Oase (Freimaurerloge).

Während seiner Partnerschaft mit Laurel trat Hardy nur selten ohne diesen auf. Als es 1939 zwischen Laurel und Roach kriselte, gab Letzterer Hardy kurzerhand die Hauptrolle in der Komödie Zenobia (Zenobia, der Jahrmarktselefant), in der auch Ex-Komikerstar Harry Langdon mitwirkte. Es wird oft behauptet, dass Roach die beiden Komiker als neues Duo aufbauen wollte. Dagegen spricht allerdings, dass beide im Film nicht als Team agierten, sondern zumeist jeweils ihre eigenen Szenen hatten.

Nach dem vorläufigen Ende der gemeinsamen Filmkarriere Laurel und Hardys im Jahr 1945 trat Hardy 1949 noch in dem Western "The Fighting Kentuckian" als komischer Sidekick von John Wayne auf und hatte 1950 einen Kurzauftritt als Rennbahnbesucher neben "Bing Crosby" im Frank-Capra-Film "Riding High". 1951 stand er für "Atoll K" schließlich doch noch ein letztes Mal mit Laurel vor der Kamera.

Mitte der 1950er-Jahre nahm Oliver Hardy stark ab, um seine Gesundheit zu schonen. Allerdings erlitt er 1956 einen Schlaganfall und war daraufhin fast völlig gelähmt. Nach zwei weiteren Schlaganfällen starb er am 7. August 1957 im Alter von 65 Jahren. Er wurde im Valhalla Memorial Park, Nord-Hollywood in der Freimaurer-Sektion beigesetzt. Der Asteroid (2866) Hardy trägt seinen Namen.

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